Hanna, unsere „Fenchelfrau - Teil 5/12

Wir wissen: Vom Wunsch, ein Kind zu haben, bis es in den Armen liegt, vergeht Zeit neun Monate Schwangerschaft und oft Jahre des Wartens, bis eine Empfängnis geschieht.
Darum können wir, wenn Elkana zu Hanna sagt, dass seine Liebe ihr mehr wert sei als zehn Söhne, erahnen, dass dieser Traum schon über 17 Jahre lang unerfüllt geblieben war.

Zuerst kamen die Jahre der Ehe voll Hoffnung, Träumen und vergeblichem Warten.
Und weil Elkana sie so tief liebte, suchte er nicht sofort nach einer anderen Frau, um Erben zu bekommen. Gemeinsam trugen sie die Enttäuschungen und das Schweigen jeder vergeblichen Hoffnung.

Doch die Zeit verging… und Peninna trat auf die Bühne.
Jahr für Jahr sah Hanna, wie der Schoß der anderen Frau neues Leben empfing, während ihr eigener still blieb. Jede Geburt Peninnas war wie eine offene Wunde in Hannas Herz.

Und dennoch: Elkana liebte Hanna nicht um dessen willen, was sie ihm geben konnte, sondern um ihrer selbst willen. Für ihn war Hanna kostbarer als zehn Söhne.
Die Leere ihres Leibes minderte nicht ihren Wert, denn er kannte die Fülle ihrer Seele.

Hanna, unsere „Fenchelfrau“, lebte zwar in tiefer Traurigkeit, doch sie war umgeben von einer Liebe, die mild, treu und tröstend war – wie der süße Duft des Fenchels, der das Herz beruhigt inmitten des Wartens.

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