Peninna, zwischen verborgenen Schmerzen und gelebter Bitterkeit - Teil 11/12

Ich möchte einen Gedanken über Peninna teilen etwas, worüber selten gesprochen wird.

Sie trat in Elkannas Leben ein, bereits als zweite Frau. Auch wenn dies damals kulturell üblich war, können wir uns den Schmerz und die Enttäuschung an ihrem Hochzeitstag vorstellen. Peninna wusste, dass sie niemals den ersten Platz im Herzen ihres Mannes haben würde.

Kannst du dir die Enttäuschung an einem Tag vorstellen, der eigentlich der schönste deines Lebens sein sollte? Genau das könnte Peninna erlebt haben. Jeder wusste um Elkannas tiefe Liebe zu Hanna. Vielleicht war dies die verborgene Wunde Peninnas der Schmerz, die „Zitronenfrau“ zu sein.

Sie trug den Titel einer Ehefrau, sie hatte Kinder vorzuweisen, aber tief in ihrem Inneren wusste sie: Elkannas Herz gehörte nicht ihr, sondern Hanna. Dieser Gedanke nagte an ihr und verwandelte sich in Bitterkeit.

Ich rechtfertige damit nicht ihr Verhalten, sondern denke an eine Situation, die auch heute viele Frauen erleben. Wie viele stehen nach außen hin „an der richtigen Stelle“, sind gesellschaftlich anerkannt, scheinen vollständig und doch fehlt ihnen das, was sie sich am meisten wünschen: das Herz ihres Mannes, seine echte Liebe.

Peninna hatte Kinder, aber ihr fehlte das Wesentliche. Vielleicht erklärt gerade dieser Mangel die Schärfe, die ihr Leben prägte.

Doch eins ist klar: Auch wenn Peninna tiefe innere Schmerzen trug, die in der Geschichte nicht offenbart werden, kann das keine Entschuldigung für ihre bösen Taten sein. So ist es auch bei uns: Nur weil wir selbst Verletzungen tragen, dürfen wir nicht das Leben anderer belasten oder zerstören. Wir müssen unsere Wunden erkennen und heilen lassen zuerst bei Jesus und, wenn nötig, auch durch Therapie und seelsorgerliche Begleitung.


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