„Das Brot der Kinder und der Glaube der Fremden“ - Teil 4/9

Auf den ersten Blick klingt der Satz Jesu hart, ja sogar verletzend:
 „Es ist nicht recht, das Brot der Kinder zu nehmen und es den Hündlein hinzuwerfen.“Zur damaligen Zeit war es üblich, dass die Juden die Heiden „Hunde“ nannten. Es war eine abwertende Bezeichnung, die andeuten sollte, dass sie unrein waren.

Gerade die Kanaanäer standen im besonderen Misskredit. Ihre Kultur war vom Polytheismus geprägt, sie verehrten viele Götter wie Baal, Aschera oder Dagon. Diese Religionen waren mit Praktiken verbunden, die die Juden als abscheulich betrachteten  Kinderopfer, kultische Prostitution und andere Formen von Unmoral.

Darum galt im jüdischen Denken: Wer ein „Hund“ genannt wurde, war es nicht wert, Anteil an den Segnungen Gottes zu haben. Die Redewendung „das Brot den Hunden geben“ war eine bekannte Art zu sagen: „Die Verheißungen Gottes gehören nur Israel nicht den anderen Völkern.“ Und genau in diesem Klima von kulturellem und religiösem Vorurteil erhob sich die syrophönizische Frau und ihre Antwort wurde zu einem Meilenstein des Glaubens.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Aus dem Buch der Sprichwörter lernen - Sprüche 15:5