Lydia am Flussufer: Auf der Suche nach dem Weg - Teil 7/11
Lydia wusste, dass die Nachfolger Jesu damals „die des Weges“ genannt wurden Männer und Frauen, deren Glaube sich unterschied, geprägt von Liebe, Gemeinschaft und der Hoffnung auf die Auferstehung. Sie wusste auch, dass sich die Juden in Philippi, da es keine Synagoge gab, gewöhnlich am Fluss zum Gebet versammelten.
Mit diesem gottesfürchtigen und ehrlichen Herzen ging Lydia dorthin. Nicht aus bloßer Neugier, sondern aus Durst. Ein Durst, den keine Religion und keine Tradition stillen konnte, ein Sehnen nach etwas Tieferem.
Alles, was sie bisher gehört hatte, waren Bruchstücke: Man sprach von einem Mann, der in Jerusalem gekreuzigt worden war und von sich sagte, er sei der Sohn Gottes. Diese Nachricht durchzog das Römische Reich wie ein unruhiges Flüstern weitergetragen von Händlern, Reisenden und Pilgern. Manche lachten, andere staunten, doch alle redeten davon.
Und Lydia, am Flussufer sitzend, hörte dieses Raunen, das fast unglaublich klang… und doch spürte sie tief in sich eine Stimme: „Das ist es, wonach ich suche. Das ist es, wonach mein Herz sich sehnt.“
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