Lydia: Die Purpurfrau von großem Wert - Teil 5/11
Die Bibel sagt uns nicht, ob Lydia verheiratet war. Betrachtet man jedoch den historischen Kontext, so ist es gut möglich, dass sie gemeinsam mit einem Ehemann oder mit Unterstützung ihrer Familie den Handel führte. Denn es war ungewöhnlich, dass eine Frau allein Geschäfte betrieb oder gar weite Reisen unternahm. Damals war die Rolle der Frau meist auf das Haus beschränkt, in Abhängigkeit vom Ehemann.
Doch der biblische Bericht überrascht uns: Lydia erscheint als unabhängige Frau, Herrin ihres Hauses und verantwortlich für ihren Handel. Das spricht bereits von ihrer Stärke, ihrer Würde und ihrer Führungsfähigkeit. Sie durchbrach gesellschaftliche und geografische Grenzen: Aus Thyatira in Kleinasien kam sie nach Philippi in Europa mit der Kostbarkeit purpurgefärbter Stoffe und, ohne es zu ahnen, auf dem Weg zur größten Kostbarkeit ihres Lebens Christus selbst.
Lydia wird als eine Frau von großem Wert beschrieben: gottesfürchtig, offen für das Neue, geprägt von Mut und der aufrichtigen Suche nach Wahrheit. Sie überschritt nicht nur Handelswege, sondern auch geistliche Grenzen. Vom Handel mit Purpur wurde sie geführt zum ewigen Evangelium und so zur ersten Frau, die in Europa als gläubig erwähnt wird.
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