Die kanaanäische Frau, Mut, der den Himmel bewegt - Teil 3/9
Die Geschichte der syrophönizischen Frau auch „kanaanäische Frau“ genannt gehört zu den eindrucksvollsten Erzählungen des Neuen Testaments. Sie findet sich in den Evangelien: Matthäus 15,21–28 und Markus 7,24–30 Man kann sich gut vorstellen, dass die Jünger Jesu von der Kühnheit dieser Frau tief beeindruckt waren. Obwohl sie im Text nur kurz erwähnt wird, durchbrach sie kulturelle, soziale und geistliche Grenzen.
Jesus sagte zu ihr:
„Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel… Es ist nicht recht, das Brot der Kinder zu nehmen und es den Hündlein hinzuwerfen.“
Auf den ersten Blick klingt diese Antwort hart, beinahe abweisend. Doch sie hatte ein Ziel: Jesus forderte diese Frau heraus, damit sie den Glauben offenbarte, der bereits in ihrem Herzen lebte. Er stand einer kanaanäischen Frau gegenüber und das hatte in jener Zeit ein großes Gewicht.
Wer waren die Kanaanäer?
Sie waren die ursprünglichen Bewohner des Landes Kanaan, das dem heutigen Israel, Palästina, Libanon sowie Teilen Syriens und Jordaniens entspricht.
Die syrophönizische Frau stammte wahrscheinlich von der phönizischen Küste, dem heutigen Libanon einem Gebiet, das zum kanaanäischen Kulturraum gehörte.
In dieser Begegnung stand Jesus also jemandem gegenüber, der von religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Vorurteilen geprägt war. Und dennoch war es gerade sie eine Fremde, eine Frau, eine verzweifelte Mutter, die Jesus eine der schönsten Aussagen des Evangeliums entlockte: „Frau, dein Glaube ist groß!“
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