Das Gebet, geboren aus Schmerz und Liebe - Teil 21/23
Die Haltung von Mose ist wirklich außergewöhnlich.
Die Bibel zeigt uns, dass er, selbst nachdem er die harten Worte seiner eigenen Geschwister gehört hatte Worte, die hinter seinem Rücken gesprochen wurden, keinen Groll hegte. Im Gegenteil, er wandte sich im Gebet an Gott. Der Text in 4. Mose 12 berichtet schlicht und doch tiefgründig von seinem Flehen: „Da schrie Mose zum HERRN und sprach: O Gott, ich bitte dich, heile sie!“ 4. Mose 12,13
Wie viel Demut steckt darin! Kein langer Vortrag, keine Rechtfertigung. Nur ein aufrichtiges Rufen direkt zum Herzen Gottes. Man kann sich den Schmerz Moses vorstellen, als er Mirjam, seine Schwester, von Aussatz gezeichnet sah. Diese Schwester, die einst als junges Mädchen über ihn wachte, als er im Körbchen zwischen den Schilfrohren des Nils lag nun litt sie unter den Folgen ihrer eigenen Worte.
Und doch antwortete Mose nicht mit Bitterkeit, sondern mit Fürbitte. Das ist die Liebe, die den Groll überwindet, die Gnade, die die Schuld bedeckt, das Gebet, das aus Schmerz geboren ist und doch aus Liebe lebt.
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