Das Salz der stillen Bewahrung - Teil 3/23
Das Herz des Pharaos war verhärtet. Als er sah, dass das Volk Israel immer zahlreicher wurde, fürchtete er um seine Macht. Diese Angst trieb ihn zur Grausamkeit: Er befahl, dass alle hebräischen Jungen in den Nil geworfen werden sollten, um das Volk im Keim zu ersticken mit dem Blut der Unschuldigen.
In dieser düsteren Zeit bereitete Jokebed, mit einem Glauben größer als ihre Angst, ein kleines Körbchen aus Schilf. Sorgfältig bestrich sie es mit Pech und Harz, damit kein Wasser eindringen konnte. Mit zitternden Händen legte sie ihr Kind hinein und setzte es zwischen die Schilfrohre am Ufer des Nils. Es war die schmerzhafteste Tat einer Mutter: ihr Kind loszulassen und es in die Hände des lebendigen Gottes zu geben.
Mirjam, noch ein junges Mädchen, erhielt von ihren Eltern den Auftrag, aus der Ferne zu wachen. Sie konnte nichts mit eigener Kraft tun, aber sie konnte aufmerksam sein. Sie konnte beobachten. Sie konnte warten. Und sie blieb. Gegenwärtig, aber unauffällig. Sie überstürzte nichts, sie verbarg sich nicht aus Angst, sie kam nicht zu früh hervor. Sie hielt genau an dem Platz aus, den ihre Eltern ihr gegeben hatten und dort gebrauchte Gott sie als Schlüssel in seinem Rettungsplan.
In diesem Moment war Mirjam wie Salz in der richtigen Menge: unsichtbar für viele, aber unverzichtbar in Gottes Plan.
Kommentare