Die Last des Wartens im fremden Land - Teil 6/23

Für das Volk Gottes bedeutete das Leben in Ägypten, jeden Tag aufzuwachen, um einem Herrn zu dienen, der sie nicht liebte, der ihre Tränen nicht beachtete und ihr Leben nur als Arbeitskraft betrachtete. Es waren endlose Arbeitstage, schwielige Hände, gekrümmte Rücken unter der Last und Herzen, die mit jedem Jahr mehr vergaßen, wie es war, von Freiheit zu träumen.

Die meisten hatten die Hoffnung längst verloren. Die Verheißung, die Abraham, Isaak und Jakob gegeben worden war, klang nur noch wie ein fernes Echo – eine Geschichte, von der man kaum wusste, ob sie je wahr gewesen war. Die Zeit hatte sich endlos hingezogen. 430 Jahre in diesem Land. Vier Jahrhunderte voller Sklaverei, Schmerz und Schweigen. Doch selbst im scheinbaren Vergessen hatte der Herr keinen einzigen aus den Augen verloren. Die Zeit der Menschen war vergangen aber die Zeit Gottes stand kurz bevor.

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