Mirjam vom Lied zum Murren - Teil 9/23

Heute sprechen wir von einer anderen Mirjam nicht von der Frau mit dem Tamburin am Meer, sondern von der Mirjam, die sich später dem Chor der Murrenden anschloss. Der Weg von Ägypten nach Kanaan hätte kurz sein können nur wenige Tage, vielleicht zwei Wochen, wenn die Füße standhaft und das Herz vertrauend geblieben wären. Doch Zeit wird nicht nur in Kilometern gemessen, sondern auch im Glauben.

Das Volk, das die Plagen in Ägypten gesehen hatte, das Meer sich öffnen sah, das Manna vom Himmel empfing, das von der Wolke geführt und vom Feuer erleuchtet wurde genau dieses Volk begann zu klagen. Das Murren wurde zu Zweifel, der Zweifel zu Furcht, und die Furcht nahm den Blick von der Verheißung.

Aus Tagen wurden vierzig Jahre. Die Verheißung blieb bestehen, doch die Herzen mussten geformt werden. Jeder Umweg in der Wüste war eine Erinnerung: Gott öffnet keinen Weg für verschlossene Herzen. Das verheißene Land war nicht nur ein geografisches Ziel, sondern ein Ruf zum Vertrauen. Und Mirjam, die einst den Sieg besang, erlebte nun die Trockenheit des Murrens. Sie erinnert uns daran: derselbe Mund, der lobt, kann auch klagen. Und der Unterschied zwischen Wüste und Verheißung liegt im Herzen.

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